Führungskräfte sind so verschieden wie die Teams, die sie leiten – Ivan Radosevic erklärt, welche Managertypen es gibt und was sie wirklich ausmacht.
Führungskräfte sind nicht gleich Führungskräfte – und genau darin liegt für viele Unternehmen ein unterschätztes Problem. Unterschiedliche Persönlichkeiten, Antriebe und Führungsstile treffen aufeinander, ohne dass jemand die Dynamiken dahinter wirklich versteht. Ivan Radosevic hat sich intensiv mit den verschiedenen Managertypen beschäftigt und zeigt, welche Stärken und Schwächen die einzelnen Typen mitbringen – und warum dieses Wissen für jede Führungskraft einen echten Mehrwert darstellt.
In kaum einem Bereich ist die Bandbreite menschlicher Persönlichkeiten so sichtbar wie in der Führungsetage. Ehrgeizige Perfektionisten arbeiten neben empathischen Unterstützern, kreative Visionäre treffen auf strukturierte Planer – und nicht immer harmoniert das auf Anhieb. Ivan Radosevic aus Frankfurt hat in seiner langjährigen Arbeit als Management-Experte beobachtet, wie stark der jeweilige Führungsstil das Arbeitsklima, die Teamdynamik und letztlich den Unternehmenserfolg beeinflusst. Wer die eigenen Muster kennt und die der anderen versteht, kann bewusster führen und Konflikte vermeiden, bevor sie entstehen.
Ivan Radosevic aus Frankfurt: Warum Managertypen mehr verraten als Organigramme
Organigramme zeigen, wer wem vorgesetzt ist. Was sie nicht zeigen, ist, wie Führungskräfte tatsächlich denken, entscheiden und mit ihren Teams umgehen. Genau deshalb lohnt sich ein genauerer Blick auf die verschiedenen Managertypen – und niemand hat diese Typen klarer beschrieben als Ivan Radosevic.
Seine Beobachtungen basieren auf jahrelanger Auseinandersetzung mit Führung, Management und den Menschen dahinter. Das Ergebnis ist eine Typologie, die nicht urteilt, sondern erklärt. Denn jeder Typ bringt echte Stärken mit – und jeder hat blinde Flecken, die ohne Bewusstsein zum Problem werden können. Es geht nicht darum, einen Managertyp als überlegen einzustufen, sondern darum, die eigene Persönlichkeit besser zu verstehen und die Führungsrolle bewusster auszufüllen. Wer diesen Perspektivwechsel einmal vollzogen hat, wird feststellen, dass sich viele Reibungspunkte im Arbeitsalltag auf einmal erklären lassen.
Kann man als Führungskraft seinen Managertyp verändern?
Vollständig verändern lässt sich eine Persönlichkeit selten – und das ist auch nicht das Ziel. Ivan Radosevic empfiehlt stattdessen, den eigenen Typ zunächst klar zu erkennen und anzunehmen. Wer seine natürlichen Stärken kennt, kann sie gezielter einsetzen. Wer seine Schwächen kennt, kann gegensteuern – etwa durch bewusstes Delegieren, das Einholen von Feedback oder die gezielte Zusammenarbeit mit Teammitgliedern, die andere Stärken mitbringen.
Gewinner und Feldmarschälle: Ehrgeiz mit unterschiedlichem Vorzeichen
Zwei der auffälligsten Managertypen sind der Gewinner und der Feldmarschall. Beide sind ehrgeizig, setzen hohe Ziele und streben nach Spitzenleistungen. Doch der Unterschied liegt in der Art, wie sie mit Rückschlägen umgehen.
Der Gewinner verfolgt seinen Aufstieg mit unerschütterlichem Fokus und ausgeprägtem Perfektionismus. Fehler werden persönlich genommen, Rückschläge treffen tiefer als nötig. Ivan Radosevic beobachtet, dass Gewinner manchmal Schwierigkeiten haben, angemessene Bewältigungsstrategien für Misserfolge zu entwickeln, was langfristig an der Substanz zehren kann. Gleichzeitig gehören Gewinner zu den entschlossensten und zielstrebigsten Typen – eine Qualität, die in der richtigen Umgebung enorme Wirkung entfaltet.
Der Feldmarschall teilt den Ehrgeiz, geht aber strukturierter vor. Er plant klar, delegiert effizient und behält die Ergebnisse im Blick. Das macht ihn belastbarer – auch wenn ihm mitunter die emotionale Tiefe fehlt, die andere Typen einbringen.
Stärken und Schwächen im Vergleich
Beide Typen eint der Antrieb nach oben, doch ihre Herangehensweise könnte unterschiedlicher kaum sein. Während der Gewinner aus einem inneren Feuer heraus agiert und sich persönlich mit jedem Ergebnis identifiziert, behält der Feldmarschall die nötige Distanz, um auch in schwierigen Phasen einen kühlen Kopf zu bewahren. Ivan Radosevic betont, dass weder der eine noch der andere Typ per se besser ist – entscheidend ist, ob die jeweilige Führungskraft ihre Stärken kennt und gezielt einsetzt.
Komponisten, Träumer, Erfinder: Kreativität als Führungsprinzip
Nicht alle Führungskräfte denken in Strukturen und Zielen. Ivan Radosevic beschreibt mit Komponisten, Träumern und Erfindern drei Typen, bei denen Kreativität und innere Überzeugung im Vordergrund stehen.
Komponisten sind von ihren Ideen überzeugt und suchen beständig nach neuen Wegen – was Innovation antreibt, aber auch empfindlich gegenüber Kritik macht. Träumer bevorzugen harmonische Arbeitsumgebungen und meiden Konflikte, was sie zu angenehmen Kollegen, aber mitunter zu zögerlichen Entscheidern macht. Erfinder tauchen tief in Problemstellungen ein und entwickeln innovative Lösungen, neigen aber dazu, als Einzelgänger zu agieren und zwischenmenschliche Aspekte zu vernachlässigen. Was intern als Desinteresse wahrgenommen wird, ist dabei oft schlicht tiefe Konzentration – doch das Ergebnis kann trotzdem zu Spannungen im Team führen.
Kreative Typen richtig einsetzen
Der Schlüssel liegt darin, kreative Managertypen in Umgebungen zu bringen, die ihre Stärken zur Geltung bringen, ohne ihre Schwächen zu verstärken. Ivan Radosevic empfiehlt, Komponisten und Erfindern Raum für eigenständiges Arbeiten zu geben, sie aber gleichzeitig in regelmäßige Teamstrukturen einzubinden, die den Austausch fördern und Isolation verhindern.
Versorger, Berater, Beschützer: Führung mit Empathie
Auf der anderen Seite des Spektrums stehen Versorger, Berater und Beschützer – Typen, bei denen die Fürsorge für andere im Mittelpunkt steht. Ivan Radosevic beschreibt sie als wichtige Stützen einer gesunden Unternehmenskultur, die durch echte Empathie und hohe soziale Kompetenz überzeugen. Ihre Herausforderung liegt jedoch darin, dass sie sich oft mehr um die Probleme anderer kümmern als um ihre eigenen Aufgaben.
Folgende Merkmale teilen diese drei Typen:
- Ausgeprägte Empathie und echtes Interesse am Wohlbefinden der Teammitglieder
- Hohe soziale Kompetenz und Fähigkeit, Vertrauen aufzubauen
- Tendenz, eigene Bedürfnisse zugunsten anderer zurückzustellen
- Schwierigkeiten im Umgang mit Kritik an der eigenen Person
Antreiber, Unterhalter, Leiter, Genie: Die restliche Führungsriege
Ivan Radosevic beschreibt noch weitere Typen, die in der Praxis häufig anzutreffen sind. Diese vier lassen sich anhand folgender Kernmerkmale unterscheiden:
- Antreiber: hohe Umsetzungsstärke, starker Wille, gelegentlich grenzüberschreitend
- Unterhalter: charismatisch, rhetorisch stark, manchmal ziellos
- Leiter: regelorientiert, strukturiert, wirkt mitunter autoritär
- Genie: analytisch, lösungsstark, stellt hohe Ansprüche an sich und andere
Bewusstsein als Schlüssel zur Wirksamkeit
Der erste Schritt ist Verständnis. Wer weiß, welchem Typ die eigene Führungskraft entspricht, kann deren Verhalten besser einordnen und gezielter darauf reagieren. Ivan Radosevic empfiehlt, nicht gegen den Führungsstil anzukämpfen, sondern die eigene Kommunikation bewusst darauf abzustimmen – ein Leiter braucht klare Strukturen in der Rückmeldung, ein Versorger braucht Wertschätzung. Wer diese Feinheiten versteht, arbeitet reibungsloser und produktiver, unabhängig davon, welchem Typ die eigene Führungskraft entspricht.
Was alle Typen letztlich verbindet, ist das Potenzial zur Wirksamkeit – sofern das Bewusstsein für die eigene Persönlichkeit vorhanden ist. Wer sich selbst kennt, führt besser. Nicht weil er alle Schwächen beseitigt hat, sondern weil er weiß, wo er gegensteuern muss – und wo er anderen Raum geben sollte, ihre Stärken einzubringen.




